Wenn eine Schule gut ist, ist sie den ganzen Tag gut. Wenn sie schlecht ist, ist sie den ganzen Tag schlecht." (Jan-Hendrik Olbertz, ehem. Kultusminister in Sachsen-Anhalt)

Staatliche Ganztagsschulen können auf zwei Arten organisiert sein:

  • Im sog. additiven Modell findet traditioneller Halbtagsunterricht bis 12 bzw. 13 Uhr statt. Danach gehen die Halbtagskinder nach Hause, die Ganztagskinder gehen zum Mittagessen und finden sich anschließend (meist ab 13 bzw. 14 Uhr) in neuen Gruppen für eine Hausaufgabenzeit und ergänzende Angebote zusammen.
  • Im sog. rhythmisierten Modell bildet die Schule komplette Klassen, die ausschließlich von Ganztagskindern besucht werden. Die Kinder bleiben von 8 bis 16 Uhr in der selben Gruppe zusammen. Unterrichtszeiten, Übungsphasen und Zusatzangebote werden "rhythmisiert", d.h. über den gesamtem Schultag verteilt.

Unsere Schule hat sich nach über 10 Jahren mit dem rhythmisierten Modell schweren Herzens entschieden auf das additive Modell umzustellen. Ausschlaggebend für die Entscheidung waren und sind folgende

Gründe:

  • Hauptgrund waren und sind die gestiegenen Anmeldezahlen für das Ganztagsangebot (über 40 % eines Jahrgangs), die es unmöglich machen, einen dreizügigen Jahrgang in 2 Halbtags- und 1 Ganztagsklasse einzuteilen. Es ist gegenüber den Kindern und Eltern nicht zu rechtfertigen, innerhalb eines Jahrgangs sehr große und sehr kleine Klassen parallel laufen zu lassen.
  • In den ehemaligen Ganztagsklassen zeigte sich des Öfteren eine überdurchschnittliche Zahl von Kindern mit Entwicklung- und Lernproblemen, was zu deutlich unterschiedlichen Klassenzusammensetzungen führte. In gemischten Klassen können Ganztags- und Halbtagskinder verteilt bzw. "gemischt" werden.
  • Ein Wechsel zwischen Halbtags- und Ganztagsbereich ist für die Kinder nicht - wie im rhythmisierten Modell - mit einem Klassenwechsel verbunden.

Dem gegenüber stehen die uns durchaus bewussten

Nachteile:

  • Im additiven Modell kommen am Nachmittag Kinder aus mehreren Klassen zusammen. Für die Kinder bedeutet dies, dass sie sich am Nachmittag mit anderen Kindern auseinandersetzen müssen.
  • In einer Hausaufgabengruppe sind 2 oder 3 unterschiedliche Hausaufgaben zu erledigen. Nachbesprechungen oder Erklärungen bei Problemen sind daher für die Lehrkräfte nur schwer möglich.
  • Lern- und Übungsphasen können nicht mehr in den Nachmittag, Spielphasen nicht mehr in den Vormittag verlagert werden, was die Flexibilität für die Lehrkräfte verringert.

 

Ganztagskinder gehen 3-4 Stunden täglich länger in die Schule. Vieles, was ihren "Halbtagskollegen" an außerschulischen Aktivitäten und Unterstützungen zur Verfügung steht, muss Schule daher zu ersetzen versuchen. Hierzu gehören besondere Angebote ebenso wie die häusliche Hilfe beim Lernen und bei den Hausaufgaben. Ganztagsklassen erhalten daher bei uns neben ergänzenden Angeboten verstärkt zusätzliche Unterstützung. Dazu gehören:

FSJ: Wir bieten jungen Menschen die Gelegenheit ein Freiwilliges Soziales Jahr im Bereich der Ganztagsschule abzuleisten. Die FSJler unterstützen die Arbeit von Kleingruppen, beaufsichtigen Pausen- und Essenszeiten in den Klassenstufen 1 und 2 und bringen sich je nach Vorerfahrungen und Neigungen auch mit eigenen Angeboten ein.

Mittagsangebote: Für jede Klassenstufe ist jeweils eine pädagogische Kraft für die Gestaltung des Nachmittags und der Zusatzangebote zuständig. Jeden Tag nach dem Mittagessen können die Ganztagskinder der 1. und 2. Klassen zwischen mehreren Angeboten auswählen, in denen z.B. gespielt, gebastelt, getanzt, gesungen, Sport getrieben, gelesen oder entspannt werden kann. Gleiches gilt für die Zeit nach 15 Uhr. In den 3. und 4. Ganztagsklassen lässt der längere Vormittagsunterricht keine mittäglichen Angebote zu. Ersatzweise kann hier die Zeit zwischen 15 und 16 Uhr in den Klassen für besondere Angebote und Vorhaben genutzt werden.

Lern- und Übungszeit (LÜZ): In den LÜZ-Zeiten um 13.30 bzw. 14 Uhr sind überwiegend Lehrkräfte anwesend. Bei der Personalzuweisung bemühen wir uns, die Ganztagskinder aller Stufen in 2 kleinere Gruppen aufzuteilen, in denen ein ruhigeres Arbeiten und ein besseres Lernen möglich sind. 

 

Hinweis: Eine Anmeldung zur Ganztagsschule kann jeweils bis zum 01.03. erfolgen ist jeweils für ein ganzes Schuljahr verbindlich. Auch eine Abmeldung von der Ganztagsschule (die regelmäßig mit einem Klassenwechsel verbunden ist) muss uns bis zum 01.03. für das folgende Schuljahr vorliegen. Bitte beachten Sie diese Fristen bei Ihren Überlegungen!