Ein sehr besonderes Schuljahr geht heute zu Ende. Niemand von uns hat jemals Schule so erlebt, wie sie in den vergangenen 3 1/2 Monaten stattgefunden hat.

Viele schöne Dinge und Veranstaltungen sind entfallen oder verschoben: Unser Jubiläumsschulfest "50 Jahre Grundschule Edenkoben", die Bundesjugendspiele, die Fußball-Mini-EM, die Klassenfahrt der aktuellen 3. Klassen, die Abschlussfahrt der 4. Klassen, die Aufführung im Kurpfalzsaal, Zoo- und Museumsbesuche, Ausflüge, Wanderungen, Grillfeste usw. usw.  Am meisten getroffen hat uns aber alle, dass wir uns lange Zeit gar nicht mehr und dann nur tageweise sehen und gemeinsam im Klassenraum arbeiten konnten. Bei manchem fehlten die technischen oder häuslichen Voraussetzungen am Fernunterricht voll teilzunehmen, bei manchen ließ auch die Motivation im Laufe der Zeit nach und alle, wirklich alle vermissten den direkten Kontakt zu den Lehrerinnen und Lehrern, den Schülerinnen und Schülern, den Freundinnen und Freunden usw.

Wie immer im Leben sollten wir aber versuchen die positiven Dinge in den Blick zu nehmen, die wir ja auch erlebt haben. Was mich persönlich angeht, habe ich ganz viele Kinder erlebt, die sehr selbstständig ihre Aufgaben und Wochenpläne organisiert und bearbeitet haben, die sich mit Lernvideos und Videokonferenzen neue Lerninhalte und Verfahren angeeignet haben und die nun sehr sicher in der Handhabung der entsprechenden Geräte und Programme sind. Liebe Kinder, ein ganz großes Lob für eure tolle Mitarbeit! Die meisten haben im Fernunterricht die selben Fortschritte gemacht wie normalerweise in der Schule und dabei auch an Selbstvertrauen und Selbstverantwortung gewonnen. Zumindest in den Klassen, in die ich tieferen Einblick habe, gab es sogar einige Kinder, deren Fortschritte im Fernunterricht sehr bemerkenswert und teils sogar überdurchschnittlich waren. Wir werden im nächsten Schuljahr in den Blick nehmen, wie wir neben der Aufarbeitung möglicher Defizite auch diese positiven Effekte in den Präsenzunterricht einbinden können. 

Ein großer Dank meinerseits gilt meinen Kolleginnen und Kollegen, die mit großem Engagement und zahlreichen Überstunden auch an den Wochenende und in den Osterferien Wege gesucht und gefunden haben, im Kontakt mit ihren Eltern und Kindern Unterricht auf neuen Wegen zu gestalten. Die Fähigkeiten und Kompetenzen, die wir hier hinzugewonnen haben, können uns sicher auch "nach Corona" an vielen Stellen helfen.

Ein weiteres dickes Dankeschön gilt auch unseren Eltern, die Haushalt, Beruf und nun auch noch "Schule am Esstisch" unter einen Hut bringen mussten und dabei mindestens genauso gefordert waren wie die Kinder und die Lehrkräfte. Ich hoffe, auch Sie haben neben viel Stress auch viele positive Erfahrungen machen können.

Noch einmal: Die zahlreichen Probleme und Schwierigkeiten dürfen wir nicht vergessen und ausblenden. Es wird manches aufzuarbeiten geben, wenn Schule irgendwann wieder "normal" startet. Aber richten wir den Blick auch auf die schönen Erfahrungen, die positiven Entwicklungen und die neuen Kompetenzen, die wir erwerben konnten.

Ihr alle habt und Sie alle haben nun eine Erholung in den Ferien verdient. Ausspannen, Hobbys nachgehen, im Rahmen des Möglichen Ausflüge machen und verreisen ... Schätzen und genießen wir es, dass Deutschland im Vergleich zu manch anderem Land innerhalb und außerhalb von Europa bislang sehr gut durch die Krise gekommen ist, dass wir nur wenige schwere Infektionen und Tote zu beklagen haben, und dass unser gewohntes Leben Schritt für Schritt wieder möglich wird. Und hoffen wir, dass auch in den Schulen ab August eine weitere Rückkehr zum Präsenzbetrieb möglich sein wird.

Schöne Ferien und alles Gute!!

Stephan Wöckel, Schulleiter